Unterwegs treffe ich nochmal die Pilgerfreunde aus Brasilien, Mexiko und USA.
In Villafranca Montes de Oca habe ich mich bei 9°C erstmal mit Brot und Käse und Getränken versehen, um oben in den Bergen in 1.100m Höhe etwas Picknick (Frühstück) zu machen.
Ein Picknick mache ich da oben auch, weil ich echt Kohldampf habe. Dort ist ein Kriegerdenkmal und es scheint sogar kurzfristig mal die Sonne. Die Eichen dort aber noch nicht mal Blätter angesetzt, sieht aus wie im November. Die Temperatu bewegt so so um die 0°C. Das geplante Picknick fällt also recht kurz aus.
Nach fast 2 Wochen läuft es sich jetzt total gut. Die Füße sind in Ordnung, die Belastungs-, Muskel- und Sehnenschmerzen halten sich echt in Grenzen. Bis auf ein paar anfänglich leichte Verspannungen, wenn ich z.B. nach dem Sitzen aufstehe, bin ich in Topform. Verglichen mit anderen (jüngeren) Pilgern, die sich mit dem hier oft typischen "Pilgerhumpeln" durch die Herbergen und Orte bewegen, geht es mir recht gut.
Ich wandere also nicht nur wie geplant bis zur Herberge in San Juan de Ortega, sondern noch zwei Orte weiter bis nach Atapuerca. Hier hatte ich beim letzten Mal auch schon eine schöne saubere Herberge. Wie gesagt, ich fühle mich topfit.
Die Herberge ist noch genau so gut wie 2008, sauber, 6 Bett Zimmer, Waschmaschine und zum erstenmal sogar Sonne und Temperaturen vielleicht zwischen 18°C und 20°C.
Am nächsten Morgen gehe ich gegen 7:00 Uhr los. Bei wolkenlosem Himmel, kühlem, frischem Wanderwetter, nehme ich körperlich fit, die 20 km in Richtung Burgos über einen Berg in Angriff. Wenn es gut läuft, werde ich nicht in der großen Stadt bleiben, sondern noch 10 km weiter bis Tardajos weitergehen.
Aber irgendwas ist anders. Oben auf dem Berg habe ich freien Blick auf Burgos und kann sogar die Türme der Kathedrale mit bloßem Auge erkennen.
Was ich aber nicht habe, ist die Freude am Pilgern, die ich noch von 2008 so deutlich in Erinnerung habe. Irgendwie habe ich das alles schon mal gesehen. Dazu kommt noch, daß der Wetterbericht für die nächsten Tage wieder 13°C und Regen meldet, obwohl es heute schon recht sommerlich aussieht.
Um 9:00 Uhr kommen dann erste Überlegungen aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Und das ist es in der Tat gerade jetzt. Ich laufe ohne Probleme, die Sonne scheint, Burgos ist schon ganz nah. Um 10:00 Uhr, in einem Vorort von Burgos rufe ich Barbara an und sage ihr, daß ich mir überlegt habe mit nach Juist zu fahren.
Gegen 11:30 Uhr komme ich Burgos an, frage mich zum Ticketbüro der renfe (spanische Bahn) durch und buche mir ein Bahn-Ticket nach Hause.
Den Tag verbringe ich noch im sonnigen Burgos. Leider treffe ich von den Mitpilgern aus Mexiko, USA und Brasilien komischerweise niemanden. Nur eine ältere spanische Dame, der ich mit Händen und Füßen erkläre, dass ich heute "Noche" per "Tren" nach "Allemania" fahre. Sie wird es sicherlich weitergeben.
Der Nachtzug geht um 22:00 Uhr nach Paris, von dort mit dem Thallys nach Köln und mit dem ICE über Osnabrück weiter nach Cloppenburg, wo ich um 20:00 Uhr ankomme.
Barbara holt mich vom Bahnhof ab.
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